Röhrenverstärker

Röhren wurden erstmals Anfang der 30er Jahre im Rundfunkbereich eingesetzt; Röhrenverstärker übernehmen das Verstärken von Halbleiterröhren. Eine hohe Betriebsspannung (200 bis 800 Volt oder mehr) sowie geringe Ströme zeichnen Röhrenverstärker aus, wobei dieses Verhältnis bei niederohmigen Lautsprechern umgekehrt werden muss, wofür ein Ausgangsübertrager (Transformatorprinzip) eingesetzt wird.

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Mit geringem Dämpfungsfaktor, geringem Dynamikumfang, niedriger Slew-Rate und hohem Klirrfaktor widersprechen Röhrenverstärker eigentlich jedem HiFi-Anspruch, dennoch erfreuen sie sich größter Beliebtheit bei High-End-HiFi-Enthusiasten. Das Überzeugende am Röhrenverstärker ist der warme Klang gegenüber dem Transistorverstärker – Nachteil ist allerdings, dass sich Röhrenverstärker deutlich schneller abnutzen. Hohe Spannungen und Temperaturen sind daran Schuld, weshalb beim Röhrenverstärker Selbstbau auf hochwertige Qualität geachtet werden sollte.

Holz ist für den Röhrenverstärker Selbstbau eher fragwürdig: Die Temperaturentwicklung kann das Holz zum zündeln bringen und die Isolierung ist schlecht. Die nötigen Bauteile, deren Größe letztlich auch die Gerätemaße vorgeben, sind im ersten Schritt zu besorgen, wobei die Röhren selbst weniger zählen als Netztransformator und Übertrager. Gut geplant ist halb gehört: Beim Röhrenverstärker Selbstbau dürfen bestimmte Bauteile nicht direkt nebeneinander angeordnet werden, beispielsweise sollte eine heiße Endstufenröhre nie neben einem montierten Becherelko Platz finden – die Überlebenszeit wäre sehr gering. Eine Nachbarschaft zwischen Netztrafo und Phonovorverstärkerstufe wäre genauso wenig sinnvoll und auch, ob der Netzschalter rückseitig angebracht wird, gehört mit in die Überlegung.

Der Elektronikhandel spielt beim Röhrenverstärker Selbstbau nur noch geringfügig mit: Vorgefertigte Gehäuse oder Chassis aus Alu waren bis in die 70er Jahre noch erhältlich, mittlerweile werden nur noch Kunststoff- oder Metallgehäuse feilgeboten. Die offene Bauweise werden Fans gepflegter Akustik bevorzugen, wenn sie auch zusehen wollen, wie die Röhren arbeiten. Allerdings verlangen die CE-Vorschriften eine Schutzhaube. Als Grundlage zum Röhrenverstärker Selbstbau braucht es eine Blechtafel in angemessener Größe – diese Tafel gibt es im Baumarkt, allerdings muss man sie selbst zuschneiden. Unter Umständen findet sich in den sozialen Netzwerken oder mittels Suchanzeige im Web jemand, der das preisgünstig übernehmen kann. Alles weitere findet sich ebenfalls online: Zahlreiche bebilderte Anleitungen für den Röhrenverstärker Selbstbau finden sich kostenfrei im World Wide Web.