DVB-S2

Digital Video Broadcast – Satellite, kurz: DVB-S, steht für digitaler Fernsehrundfunk per Satellit. Neben TV- können auch Hörfunkprogramme übertragen werden. Mit dem DVB-S2 Empfang hat die ursprüngliche Satellitenübertragung ihren Nachfolger bekommen: Die MPEG-2-Signale wurden um MPEG-4-Signale erweitert. Das bringt eine effektiv nutzbarere Signalbandbreite, die sich beim DVB-S2 Empfang um rund 30 Prozent erhöht, während die Empfangsbedingungen gleich geblieben sind. Gerade für neue Übertragungsvarianten, beispielsweise IP-basierte Dienste sowie HDTV-Übertragungen, eignet sich der DVB-S2 Empfang. Zwei unabhängige Transportströme können mittels DVB-S2 auf einem Transponder übertragen werden, was zum Beispiel das parallele Übertragen eines TV-Programms in HDTV-Auflösung und eines zweiten in Standardauflösung (SDTV) erlaubt. Verbraucher, die per Satellit empfangen, kommen um DVB-S2 nicht herum: Ab April 2012 wird es analoges Fernsehen via Satellit nicht mehr geben.

Foto: Comag SL 60 HD+ digitaler HDTV Sat Receiver

Die Empfangsbedingungen ändern sich beim DVB-S2 Empfang nicht: Eine Parabolantenne und ein Signalumsetzer (LNB) werden benötigt. Von diesem aus verläuft ein Kabel zum DVB-S2-Tuner, der bei einigen Fernsehgeräten bereits integriert ist. Da dies allerdings nur auf neuere Modelle zutrifft, werden viele Satellitennutzer nicht umhin kommen, sich einen neuen Receiver für den DVB-S2 Empfang zu besorgen; die Preise für diese Geräte sind allerdings human, sodass sich der Umstieg finanziell in Grenzen hält. Die einfachsten Geräte beginnen ab 30 Euro, wer mehr will, muss auch tiefer in die Tasche greifen. Mehr heißt in dem Fall, dass die Möglichkeit besteht, sich einen HD+-Receiver mit interner Festplatte zuzulegen – je nach Festplattenkapazität kann das teuer werden. Dafür hat man den Vorteil, TV-Programme in HDTV-Auflösung aufzuzeichnen. Allerdings werden Kritiker nicht müde, zu betonen, dass es die Sendeanstalten sind, die bestimmen, ob das Aufzeichnen von HD+-Programmen in bester Auflösung funktioniert. Es kann also sein, dass die gewünschte Sendung nicht aufgenommen werden kann.

Foto: SmarDTV CI+ Modul inkl. HD+ Smartcard

Während die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten unverschlüsselt übertragen, müssen für die privaten Sender gesonderte Kosten in Kauf genommen werden: Man benötigt eine HD+-Karte, die in die am Receiver befindlichen CI+-Schnittstelle geschoben wird und mit Jahresgebühren von 50 Euro einhergeht. Das digitale Satellitenfernsehen hat den Vorteil, dass es die größte Reichweite und zudem das größte Programmangebot bietet: Hunderte TV-Sender werden via Satellit ausgestrahlt.